Kosten für das Studium in Deutschland

Du spielst mit dem Gedanken, in Deutschland zu studieren? Das ist eine fantastische Idee! Deutschland ist bekannt für seine exzellenten Universitäten, die oft zu den besten der Welt zählen, und das Bildungssystem genießt einen hervorragenden Ruf. Viele hören dann schnell den Satz: „Studieren in Deutschland ist ja quasi kostenlos!“ Und ja, im Vergleich zu Ländern wie den USA oder Großbritannien, wo du locker sechsstellige Summen für Studiengebühren auf den Tisch legen musst, stimmt das in gewisser Weise. Aber lass uns ehrlich sein: „Kostenlos“ ist eine irreführende Vereinfachung. Es gibt da eine ganze Reihe von Studienkosten in Deutschland, die du unbedingt kennen solltest, bevor du dich ins Abenteuer wagst. Und ich spreche hier nicht nur von den offensichtlichen Ausgaben, sondern auch von den Dingen, die oft übersehen werden und dich am Ende kalt erwischen können.

Die gute Nachricht zuerst: Seit 2014 wurden in den meisten Bundesländern die allgemeinen Studiengebühren für Bachelor- und konsekutive Masterstudiengänge für Studierende aus dem In- und Ausland abgeschafft. Das ist ein riesiger Vorteil und macht Deutschland zu einem der attraktivsten Studienorte weltweit. Doch diese Befreiung von den direkten Studiengebühren bedeutet keineswegs, dass das Studium völlig ohne finanzielle Belastungen auskommt. Ganz im Gegenteil. Es gibt eine ganze Reihe von indirekten und direkten Kosten, die sich summieren und ein beträchtliches monatliches Budget erfordern. Und genau hier liegt der Haken: Viele unterschätzen diese Ausgaben massiv.

Die illusionäre „Gebührenfreiheit“: Was wirklich auf dich zukommt

Wenn wir von „Gebührenfreiheit“ sprechen, meinen wir in der Regel die reinen Studiengebühren für den Unterricht selbst. Aber selbst wenn diese entfallen, musst du dich auf Semesterbeiträge einstellen. Diese sind obligatorisch und werden von jeder Hochschule erhoben. Sie variieren je nach Universität und Bundesland, liegen aber typischerweise zwischen 100 und 400 Euro pro Semester. Was ist da alles drin? Nun, meistens beinhalten sie Beiträge für das Studierendenwerk, die Studierendenschaft und vor allem das Semesterticket. Letzteres ist Gold wert, denn es ermöglicht dir in der Regel die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt und oft auch in der gesamten Region der Hochschule. Das spart dir enorme Transportkosten, aber es ist eben keine „Gratisleistung“ des Staates, sondern wird direkt von dir mitfinanziert.

Manchmal sind in diesen Beiträgen auch kleine Beträge für die Hochschulsportprogramme oder kulturelle Angebote enthalten. Es ist quasi deine Eintrittskarte in das Studentenleben jenseits der Hörsäle. Unterschätze diese Beträge nicht; sie mögen im Vergleich zu den Studiengebühren anderer Länder gering wirken, aber sie sind eine feste Größe in deinen Studienkosten in Deutschland und müssen alle sechs Monate pünktlich überwiesen werden. Wer das vergisst oder nicht kann, wird exmatrikuliert. Kein Pappenstiel also.

Ausnahmen und Spezialfälle: Wenn doch Gebühren anfallen

Während die meisten Bachelor- und konsekutiven Masterstudiengänge gebührenfrei sind, gibt es wichtige Ausnahmen, die du kennen musst. Zunächst wären da die Bundesländer Baden-Württemberg und seit dem Wintersemester 2024/25 auch Rheinland-Pfalz, die Studiengebühren für internationale Studierende aus Nicht-EU-/EWR-Ländern erheben. In Baden-Württemberg sind das 1.500 Euro pro Semester, in Rheinland-Pfalz 650 Euro pro Semester. Das ist ein signifikanter Betrag, der deine Kalkulation gehörig durcheinanderbringen kann. Auch Zweitstudiengänge oder Langzeitstudierende müssen oft mit Gebühren rechnen, die von Hochschule zu Hochschule variieren können. Das ist eine Maßnahme, um die Ressourcen der Hochschulen effizienter zu nutzen und zu verhindern, dass Studierende ihr Studium unnötig in die Länge ziehen.

Eine weitere wichtige Ausnahme sind Weiterbildungsstudiengänge (nicht-konsekutive Master) und spezielle postgraduale Programme wie ein MBA. Diese sind fast immer kostenpflichtig, da sie oft berufsbegleitend konzipiert sind und spezialisierte Inhalte bieten, die über das reguläre Curriculum hinausgehen. Die Gebühren hierfür können von einigen Tausend bis zu Zehntausenden Euro reichen. Informiere dich also unbedingt genau über die spezifischen Gebühren deines Wunschstudiengangs und deiner Wunschuniversität, bevor du dich bewirbst. Verlasse dich nicht auf pauschale Aussagen zur „Gebührenfreiheit“.

Lebenshaltungskosten: Der Löwenanteil der Studienkosten in Deutschland

Die größten Posten auf deiner Ausgabenliste werden die Lebenshaltungskosten sein. Hier gibt es keine „Gebührenfreiheit“, und diese Kosten können je nach Stadt und individuellem Lebensstil stark variieren. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) und die meisten Universitäten empfehlen ein monatliches Budget von mindestens 850 bis 950 Euro. Das ist allerdings ein realistischer Wert für ein eher sparsames Leben. In teuren Städten wie München, Hamburg oder Frankfurt am Main musst du eher mit 1.000 bis 1.200 Euro rechnen, um komfortabel leben zu können. Was ist alles in diesen Lebenshaltungskosten enthalten?

Miete: Der größte Brocken

Die Miete ist mit Abstand der größte Kostenfaktor. In Großstädten kann ein WG-Zimmer oder ein kleines Appartement locker 400 bis 700 Euro oder sogar mehr kosten. In kleineren Universitätsstädten oder ländlicheren Regionen kannst du vielleicht etwas günstiger wegkommen, aber selbst dort sind 300 bis 500 Euro keine Seltenheit mehr. Studentenwohnheime sind eine beliebte und oft kostengünstigere Option, aber die Wartelisten sind lang, und die Plätze begehrt. Wenn du Glück hast, bekommst du ein Zimmer für 250 bis 400 Euro. Plane also frühzeitig und sei bereit, bei der Wohnungssuche kreativ zu sein und möglicherweise Kompromisse einzugehen.

Vergiss nicht die Kaution, die bei Einzug fällig wird und oft zwei bis drei Monatsmieten beträgt. Das ist eine einmalige, aber oft hohe Ausgabe, die du im Voraus einplanen musst. Auch für Internet, Strom und Heizung fallen Nebenkosten an, die entweder in der Warmmiete enthalten sind oder separat gezahlt werden müssen. Das läppert sich schnell zu zusätzlichen 50 bis 100 Euro im Monat. (See: Germany's education system.)

Ernährung und Verpflegung: Gut und günstig leben

Für Lebensmittel solltest du monatlich etwa 150 bis 250 Euro einplanen. Wer selbst kocht und auf teure Restaurants verzichtet, kann hier viel sparen. Supermärkte wie Aldi, Lidl oder Penny bieten günstige Produkte an. Die Mensen der Universitäten sind ebenfalls eine hervorragende Option, um günstig und nahrhaft zu essen. Eine Mahlzeit kostet dort oft nur zwischen 2,50 und 5 Euro. Das ist unschlagbar und sollte fester Bestandteil deines Ernährungsplans sein, wenn du auf dein Budget achtest. Cafeterien und Bistros an der Uni bieten oft auch günstige Snacks und Kaffee an.

Wenn du Wert auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung legst, ohne dabei arm zu werden, ist Eigenverantwortung gefragt. Wochenmärkte können eine gute Quelle für frisches Obst und Gemüse sein, besonders kurz vor Ladenschluss, wenn die Preise oft fallen. Und vergiss nicht die deutschen Bäckereien – ein günstiges Brötchen oder eine Brezel können eine schnelle und kostengünstige Mahlzeit sein.

Krankenversicherung: Eine unverzichtbare Ausgabe

Die Krankenversicherung ist in Deutschland für alle Studierenden Pflicht, und das aus gutem Grund. Ohne sie kannst du dich nicht an einer Universität einschreiben. Wenn du unter 30 Jahre alt bist, kannst du dich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu einem speziellen Studententarif versichern. Dieser liegt derzeit bei etwa 120 bis 130 Euro pro Monat (Stand 2024), inklusive Pflegeversicherung. Die Beiträge können leicht variieren, je nach Krankenkasse und individuellen Zusatzleistungen. Dieser Betrag ist fest in deinen monatlichen Studienkosten in Deutschland verankert und nicht verhandelbar.

Bist du über 30, wird es deutlich teurer, da du dann nicht mehr in den Genuss des Studententarifs kommst und dich entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichern musst. Die Beiträge können dann schnell auf 200 Euro und mehr steigen. Studierende aus EU-/EWR-Ländern oder der Schweiz können ihre Heimatversicherung oft anerkennen lassen, sofern diese in Deutschland gültig ist (z.B. mit der Europäischen Krankenversicherungskarte EHIC). Nicht-EU-Bürger müssen in der Regel eine deutsche Krankenversicherung abschließen. Informiere dich hierüber unbedingt frühzeitig!

Studienmaterialien und Freizeit: Die variablen Posten

Neben den Fixkosten für Miete, Essen und Versicherung gibt es noch weitere Ausgaben, die du einplanen solltest. Für Studienmaterialien wie Bücher, Skripte, Kopien, Stifte und eventuell einen Laptop oder spezielle Software solltest du monatlich etwa 30 bis 70 Euro einkalkulieren. Je nach Studienfach können diese Kosten auch höher ausfallen, zum Beispiel in technischen Fächern, die teure Programme oder Materialien erfordern, oder in den Geisteswissenschaften, die eine umfangreiche Bibliothek erfordern.

Und dann kommt der Punkt, der oft vergessen wird, aber für ein ausgeglichenes Studentenleben unerlässlich ist: Freizeit, Kultur und Sport. Du willst ja nicht nur lernen, sondern auch das Leben genießen! Für Kino, Konzerte, Sportvereine, Ausflüge oder einfach nur den Kaffee mit Freunden solltest du noch einmal 50 bis 150 Euro monatlich einplanen. Auch hier gibt es Sparpotenziale: Viele Museen bieten Studierendenrabatte an, und Hochschulsport ist oft sehr günstig oder sogar im Semesterbeitrag enthalten. Aber ganz ohne Vergnügen wird es schwierig, die Motivation hochzuhalten.

Finanzierung des Studiums: Woher kommt das Geld?

Angesichts dieser doch nicht unerheblichen Studienkosten in Deutschland stellt sich die Frage: Wie finanziert man das eigentlich alles? Es gibt verschiedene Wege, und es lohnt sich, alle Optionen zu prüfen:

BAföG: Die staatliche Unterstützung

BAföG ist die wohl bekannteste Form der staatlichen Studienfinanzierung in Deutschland. Es ist eine Mischung aus zinslosem Darlehen und Zuschuss, die zur Hälfte nicht zurückgezahlt werden muss. Die Höhe des BAföG hängt vom Einkommen der Eltern, dem eigenen Vermögen und dem Studienstandort ab. Es richtet sich primär an Studierende aus einkommensschwachen Familien. Auch ausländische Studierende können unter bestimmten Voraussetzungen BAföG erhalten, wenn sie zum Beispiel schon länger in Deutschland leben oder einen besonderen Status haben. Eine frühzeitige Antragstellung ist hier entscheidend, da die Bearbeitung dauern kann.

Stipendien: Mehr als nur Begabtenförderung

Viele denken bei Stipendien nur an Hochbegabte, aber das ist ein Mythos. Es gibt Tausende von Stipendien in Deutschland, die nicht nur hervorragende Noten voraussetzen. Es gibt Stipendien für gesellschaftliches Engagement, für bestimmte Fächer, für Studierende mit Migrationshintergrund, für Frauen in MINT-Fächern, für Studierende aus bestimmten Regionen oder mit bestimmten familiären Hintergründen. Die bekanntesten sind die Stipendien der großen Begabtenförderungswerke (z.B. Studienstiftung des deutschen Volkes, Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung), aber es gibt auch viele kleinere Stiftungen. Eine ausführliche Recherche lohnt sich hier definitiv. Websites wie mystipendium.de oder der DAAD-Stipendienfinder sind gute Ausgangspunkte.

Studienkredite und Bildungsfonds: Die letzte Option?

Studienkredite sind eine weitere Möglichkeit, das Studium zu finanzieren, sollten aber mit Bedacht gewählt werden, da sie – im Gegensatz zum BAföG – vollständig zurückgezahlt werden müssen, oft mit Zinsen. Die KfW-Bank bietet beispielsweise einen Studienkredit an. Es gibt auch private Banken und Bildungsfonds, die Kredite vergeben. Prüfe die Konditionen genau und überlege, ob du dir die Rückzahlung nach dem Studium leisten kannst. Sie sind oft eine gute Option, wenn alle anderen Wege ausgeschöpft sind, aber eine Schuldenfalle gilt es zu vermeiden.

Nebenjobs: Geld verdienen im Studium

Viele Studierende arbeiten neben dem Studium, um ihre Studienkosten in Deutschland zu decken. Als Werkstudent oder über einen Minijob (bis 538 Euro im Monat, Stand 2024) kannst du dir etwas dazuverdienen, ohne Sozialabgaben zahlen zu müssen (solange du unter 20 Stunden pro Woche arbeitest). Beliebte Studentenjobs sind zum Beispiel in der Gastronomie, im Einzelhandel, als Nachhilfelehrer oder als studentische Hilfskraft (HiWi) an der Universität. Ein Nebenjob kann nicht nur finanziell entlasten, sondern auch wertvolle Berufserfahrung bringen und den Lebenslauf aufwerten. Achte aber darauf, dass der Job dein Studium nicht beeinträchtigt – das ist schließlich deine Hauptaufgabe.

Spezielle Überlegungen für internationale Studierende

Internationale Studierende haben oft zusätzliche Hürden und Kosten. Neben den bereits erwähnten Studiengebühren in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz müssen sie oft einen Finanzierungsnachweis erbringen, um ein Visum zu erhalten. Dieser Nachweis soll belegen, dass du über ausreichende Mittel verfügst, um deinen Lebensunterhalt in Deutschland zu bestreiten. Derzeit liegt dieser Betrag bei 11.208 Euro pro Jahr (Stand 2024), was 934 Euro pro Monat entspricht. Dieser Betrag muss oft auf einem Sperrkonto hinterlegt werden, auf das du erst nach deiner Ankunft in Deutschland zugreifen kannst.

Auch die Suche nach einer Unterkunft kann für internationale Studierende schwieriger sein, da sie oft nicht vor Ort sein können, um Besichtigungen zu machen. Sprachbarrieren können ebenfalls eine Rolle spielen. Es ist ratsam, sich frühzeitig über spezielle Programme und Anlaufstellen für internationale Studierende an der jeweiligen Universität zu informieren, die bei der Wohnungssuche, der Visumsbeantragung und anderen bürokratischen Hürden helfen können.

Sparpotenziale und smarte Strategien

Auch wenn die Studienkosten in Deutschland nicht zu unterschätzen sind, gibt es viele Möglichkeiten, Geld zu sparen. Hier ein paar Tipps:

  • Wohnen: Suche dir ein Zimmer im Studentenwohnheim oder in einer WG. Das ist meistens die günstigste Option. Prüfe auch, ob es in kleineren Städten im Umland günstige Anbindungen zur Uni gibt.
  • Essen: Koche selbst, nutze die Mensa und achte auf Angebote im Supermarkt. Meal Prepping für die Woche kann ebenfalls helfen, Geld und Zeit zu sparen.
  • Transport: Nutze dein Semesterticket voll aus. Fahrräder sind in vielen deutschen Städten das ideale Fortbewegungsmittel und sparen dir Geld für Taxis oder andere öffentliche Verkehrsmittel außerhalb des Gültigkeitsbereichs deines Tickets.
  • Bücher und Materialien: Nutze die Universitätsbibliothek intensiv. Viele Lehrbücher gibt es dort als Präsenzexemplar oder sogar als E-Book. Kaufe gebrauchte Bücher oder tausche dich mit Kommilitonen aus. Kopien sind oft günstiger als der Neukauf eines Buches.
  • Freizeit: Nutze Studentenrabatte, die es für Kinos, Theater, Museen, Schwimmbäder und oft auch für Software gibt. Viele Universitäten bieten auch ein umfangreiches und günstiges Sportprogramm an.
  • Finanzplanung: Lege dir ein monatliches Budget fest und versuche, dich daran zu halten. Tracke deine Ausgaben, um zu sehen, wohin dein Geld fließt. Es gibt viele Apps, die dir dabei helfen können.

Die Rolle der Universitäten und Studierendenwerke

Die Universitäten und insbesondere die Studierendenwerke spielen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der Studierenden. Die Studierendenwerke betreiben nicht nur die Mensen und Cafeterien, sondern verwalten auch die Studentenwohnheime, bieten psychosoziale Beratung, Rechtsberatung und finanzielle Beratung an. Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Fragen rund um die Studienfinanzierung und können dir helfen, BAföG-Anträge auszufüllen oder dich über Stipendienmöglichkeiten zu informieren. Auch die Allgemeinen Studierendenausschüsse (AStA) oder Studierendenvertretungen (StuVe) an den Hochschulen bieten oft Unterstützung und Beratung an, zum Beispiel in sozialen Härtefällen oder bei Problemen mit der Wohnungssuche. Scheue dich nicht, diese Angebote in Anspruch zu nehmen; sie sind für dich da und oft schon in deinem Semesterbeitrag mitfinanziert.

Langfristige Perspektiven: Die Investition ins Studium

Es ist wichtig, die Studienkosten in Deutschland nicht nur als Ausgaben, sondern als Investition in deine Zukunft zu sehen. Eine gute Ausbildung in Deutschland kann dir Türen zu hervorragenden Karrieremöglichkeiten öffnen, sowohl national als auch international. Viele deutsche Hochschulabschlüsse genießen weltweit einen exzellenten Ruf. Die anfänglichen Kosten mögen hoch erscheinen, aber im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist die Rendite auf diese Investition oft überdurchschnittlich gut. Die Studienqualität ist hoch, und die Absolventen haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Denk daran, dass das Studium nicht nur fachliche Kenntnisse vermittelt, sondern auch Soft Skills wie kritisches Denken, Problemlösungskompetenz und interkulturelle Fähigkeiten fördert, die im Berufsleben von unschätzbarem Wert sind.

Auch die Möglichkeit, während des Studiums Praktika zu absolvieren und erste Berufserfahrungen zu sammeln, ist in Deutschland weit verbreitet. Viele Unternehmen bieten Praktikumsplätze für Studierende an, die oft auch vergütet werden. Das kann nicht nur deine finanziellen Belastungen mindern, sondern dir auch den Einstieg ins Berufsleben erleichtern und wichtige Kontakte knüpfen.

Häufig gestellte Fragen zu den Studienkosten in Deutschland

1. Sind die Studiengebühren in Deutschland wirklich abgeschafft?

Ja, für die meisten Bachelor- und konsekutiven Masterstudiengänge an staatlichen Hochschulen sind für Studierende aus der EU/EWR und in vielen Bundesländern auch für internationale Studierende keine Studiengebühren im klassischen Sinne fällig. Es gibt jedoch Ausnahmen wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz für Nicht-EU/EWR-Studierende, sowie Gebühren für Zweitstudiengänge, Langzeitstudierende oder nicht-konsekutive Master- und Weiterbildungsstudiengänge. Semesterbeiträge fallen immer an.

2. Wie hoch sind die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten für Studierende in Deutschland?

Das Deutsche Studentenwerk empfiehlt ein monatliches Budget von 850 bis 950 Euro. In teureren Städten wie München, Hamburg oder Frankfurt können die Kosten aber schnell auf 1.000 bis 1.200 Euro steigen. Die Miete ist dabei der größte Posten.

3. Muss ich als internationaler Studierender einen Finanzierungsnachweis erbringen?

Ja, in der Regel musst du für die Beantragung eines Visums nachweisen, dass du über ausreichende finanzielle Mittel verfügst, um deinen Lebensunterhalt in Deutschland zu bestreiten. Dieser Betrag liegt derzeit (Stand 2024) bei 11.208 Euro pro Jahr, oft auf einem Sperrkonto.

4. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es neben BAföG und Stipendien?

Neben BAföG und Stipendien kannst du dein Studium durch einen Nebenjob (Werkstudent, Minijob), Studienkredite (z.B. der KfW-Bank) oder Bildungsfonds finanzieren. Achte bei Krediten immer auf die Rückzahlungsmodalitäten und Zinsen.

5. Wie kann ich im Studium Geld sparen?

Du kannst sparen, indem du in einem Studentenwohnheim oder einer WG wohnst, selbst kochst, die Mensa nutzt, dein Semesterticket für den Nahverkehr verwendest, die Universitätsbibliothek für Bücher nutzt und Studentenrabatte für Freizeitaktivitäten in Anspruch nimmst. Eine sorgfältige Budgetplanung hilft dir, den Überblick zu behalten.

6. Welche Rolle spielen die Studierendenwerke?

Die Studierendenwerke sind eine zentrale Anlaufstelle für Studierende. Sie betreiben Mensen und Wohnheime, bieten psychosoziale, Rechts- und Finanzberatung an und helfen bei der Beantragung von BAföG und der Suche nach Stipendien. Ihre Dienste sind oft über den Semesterbeitrag mitfinanziert.

Fazit: Keine Angst vor den Studienkosten, aber mit offene Augen

Studieren in Deutschland ist eine einmalige Chance, die dir hervorragende Bildung und wertvolle Erfahrungen bietet. Die Vorstellung, dass es „kostenlos“ ist, ist jedoch eine gefährliche Simplifizierung. Du wirst mit erheblichen Studienkosten in Deutschland konfrontiert sein, insbesondere was die Lebenshaltung betrifft. Aber mit einer sorgfältigen Planung, einem realistischen Budget und der Bereitschaft, die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen, ist ein Studium in Deutschland für viele machbar. Informiere dich frühzeitig, sei proaktiv bei der Wohnungssuche und scheue dich nicht, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Dann steht deinem erfolgreichen Studium in Deutschland nichts mehr im Wege – und du kannst dich voll und ganz auf das Lernen und das Erleben konzentrieren, anstatt dir unnötig Sorgen um dein Portemonnaie zu machen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet das Studium in Deutschland?

Die Kosten für das Studium in Deutschland variieren je nach Universität und Bundesland. Während die allgemeinen Studiengebühren für Bachelor- und Masterprogramme seit 2014 in den meisten Bundesländern abgeschafft wurden, musst du mit Semesterbeiträgen rechnen, die typischerweise zwischen 100 und 400 Euro liegen.

Gibt es Studiengebühren für internationale Studierende in Deutschland?

In den meisten Bundesländern wurden die Studiengebühren für internationale Studierende abgeschafft, sodass sie keine direkten Studiengebühren zahlen müssen. Es können jedoch Semesterbeiträge und andere Kosten anfallen, die du berücksichtigen solltest.

Welche zusätzlichen Kosten gibt es beim Studium in Deutschland?

Neben den Semesterbeiträgen gibt es auch indirekte Kosten, die oft übersehen werden, wie Mietkosten, Lebenshaltungskosten, Bücher und Materialien. Diese Ausgaben können sich schnell summieren und sollten in dein monatliches Budget eingeplant werden.

Was sind Semesterbeiträge und wie hoch sind sie?

Semesterbeiträge sind obligatorische Gebühren, die von jeder Hochschule erhoben werden. Sie variieren je nach Universität und Bundesland, liegen aber in der Regel zwischen 100 und 400 Euro und decken unter anderem die Verwaltungskosten und das Semesterticket ab.

Ist das Studium in Deutschland wirklich kostenlos?

Obwohl viele behaupten, dass das Studium in Deutschland kostenlos sei, ist dies irreführend. Während die direkten Studiengebühren entfallen sind, gibt es dennoch zahlreiche Kosten, die Studierende tragen müssen, wie Semesterbeiträge und Lebenshaltungskosten.

Was denken Sie darüber? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren unten mit – wir lesen jeden einzelnen.

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